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Westsahara: Die letzte Kolonie Afrikas

Die Ausstellung „Westsahara: Die letzte Kolonie Afrikas“ macht einen Konflikt sichtbar, der in Europa kaum öffentliche Aufmerksamkeit erhält. Gemeinsam mit unseren Freund*innen aus der Westsahara zeigen wir, was die sahrauische Bevölkerung bis heute erlebt: In den von Marokko besetzten Gebieten herrschen politische Repression und eine weitgehende mediale Blockade; internationalen Beobachter*innen, Journalist*innen und Aktivist*innen wird der Zugang häufig verweigert. Seit dem Bruch des Waffenstillstands im Jahr 2020 hat sich die Lage weiter verschärft, unter anderem durch Drohnenangriffe auf Menschen, Tiere und zivile Ziele in den nicht von Marokko kontrollierten Gebieten. Gleichzeitig werden die natürlichen Ressourcen der Westsahara, darunter Phosphate, Fischbestände und Flächen für erneuerbare Energien, ohne die Zustimmung des sahrauischen Volkes wirtschaftlich genutzt, auch unter Beteiligung europäischer Unternehmen und durch Abkommen der Europäischen Union. Die Ausstellung erzählt deshalb von Kolonialismus, Besatzung und Vertreibung, aber ebenso vom Widerstand, von der kulturellen Identität der Sahrauis und ihrem bis heute nicht verwirklichten Recht auf Selbstbestimmung. Die Westsahara ist Afrikas letzte Kolonie und es ist wichtig, dass wir hinschauen.

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Ihr möchtet die Ausstellung "Westsahara - Die letzte Kolonie Afrikas" in eurem Büro, Geschäftsstelle, bei einem befreundeten Verein, AZ, Café oder ganz woanders ausstellen?

 

1. Historischer Kontext

Die Westsahara ist ein Gebiet im Nordwesten Afrikas, das seit langer Zeit von Kolonialisierung und Konflikten geprägt ist. Von 1884 bis 1975 stand das Gebiet unter spanischer Kolonialverwaltung. Während dieser Zeit lebten die Sahrauis, die indigene Bevölkerung der Westsahara, unter fremder Herrschaft und konnten nicht frei über ihre politische Zukunft entscheiden.

Nach dem Rückzug Spaniens im Jahr 1975 besetzte Marokko große Teile des Territoriums. Dadurch entstand ein Konflikt mit der sahrauischen Unabhängigkeitsbewegung. Bis heute gilt die Westsahara für viele als eines der letzten noch nicht vollständig entkolonialisierten Gebiete Afrikas. Im Zentrum des Konflikts steht das Recht der sahrauischen Bevölkerung auf Selbstbestimmung – ein international anerkanntes Prinzip, das bislang jedoch noch nicht endgültig umgesetzt wurde.

2. Leben in den Flüchtlingslagern

Seit 1975 leben mehr als 170.000 Sahrauis in Flüchtlingslagern in Algerien, insbesondere in der Wüstenregion um Tindouf. Sie wurden infolge des Konflikts in der Westsahara aus ihrer Heimat vertrieben. Mit der Zeit sind aus den ursprünglich provisorischen Lagern dauerhafte Siedlungen geworden, in denen inzwischen mehrere Generationen aufgewachsen sind, ohne jemals ihre Heimat gesehen zu haben.

Trotz dieser Situation haben die Sahrauis ihre kulturelle Identität bewahrt. Sprache, Traditionen und Bräuche werden durch Bildung und das gemeinschaftliche Zusammenleben weitergegeben. Auch die soziale Organisation innerhalb der Lager, die weitgehend von den Sahrauis selbst getragen wird, spielt eine wichtige Rolle für ihren Zusammenhalt und ihr Durchhaltevermögen. Der Wunsch nach einer Rückkehr in die Westsahara bleibt bis heute ein zentraler Bestandteil ihrer Identität und ihres politischen Kampfes. Er steht für die Hoffnung auf eine gerechte Lösung des Konflikts und auf das Recht, frei über die eigene Zukunft entscheiden zu können.

3. Ressourcen und wirtschaftliche Ausbeutung

Die Westsahara verfügt über bedeutende natürliche Ressourcen, darunter Phosphate, reiche Fischbestände und ein großes Potenzial für erneuerbare Energien. Dadurch ist das wirtschaftliche Interesse an dem Gebiet in den vergangenen Jahren stark gewachsen.

Nach Auffassung der Vereinten Nationen und auf Grundlage internationaler Gerichtsurteile dürfen diese Ressourcen jedoch nur mit Zustimmung der sahrauischen Bevölkerung genutzt werden.

Internationale Unternehmen wie Siemens Energy sind in der Westsahara aktiv. Da diese Projekte ohne die explizite Zustimmung der sahrauischen Bevölkerung realisiert werden, stehen sie in der Kritik von NGOs und Völkerrechtlern. Die Umsetzung erfolgt teilweise in Kooperation mit marokkanischen Unternehmen, an denen die dortige Königsfamilie finanzielle Anteile hält.

Dies wirft sowohl rechtliche als auch ethische Fragen auf. Die Nutzung der natürlichen Ressourcen in einem umstrittenen Gebiet wird daher zu einem zentralen Bestandteil des Konflikts und der Forderungen der Sahrauis nach Selbstbestimmung und der Wahrung ihrer Rechte.

 

4. Politische und militärische Bewegung

Die 1973 gegründete Polisario-Front ist die wichtigste politische und militärische Bewegung der Sahrauis im Kampf um die Unabhängigkeit der Westsahara. Ursprünglich entstand sie als Widerstandsbewegung gegen die spanische Kolonialherrschaft und setzt ihren Kampf heute gegen die Besetzung des Gebiets durch Marocco fort.

Neben ihrer politischen Rolle übernimmt die Polisario-Front auch zentrale Aufgaben in den sahrauischen Flüchtlingslagern in Algerien, etwa in den Bereichen Bildung, Gesundheitsversorgung und Verwaltung. Gleichzeitig setzt sie sich für den Erhalt der sahrauischen Identität, Sprache und Traditionen ein und trägt so dazu bei, dass die Kultur der Sahrauis trotz jahrzehntelanger Vertreibung und Exil bestehen bleibt.

5. Aktueller Status

Der Status der Westsahara ist weiterhin international umstritten. Die Europäische Union hat in mehreren Gerichtsurteilen anerkannt, dass das Gebiet rechtlich von Marokko getrennt und eigenständig ist. Daraus folgt, dass Abkommen, die die Nutzung seiner Ressourcen betreffen, die Zustimmung des sahrauischen Volkes erfordern.

Dennoch gibt es weiterhin Kontroversen über Handelsabkommen und die Nutzung von Ressourcen ohne die ausdrückliche Zustimmung der lokalen Bevölkerung. Dies führt zu Kritik durch internationale Organisationen und zivilgesellschaftliche Bewegungen, die darin mögliche Verstöße gegen grundlegende Rechte sehen.

Vor diesem Hintergrund setzen internationale Solidaritätsinitiativen, Aufklärungskampagnen, Protestaktionen und die Unterstützung durch die Zivilgesellschaft darauf, die Lage der Sahrauis stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und ihre Rechte zu verteidigen – insbesondere das Recht auf Selbstbestimmung sowie einen fairen Zugang zu ihren natürlichen Ressourcen.

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