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Trauerspiel um Waldschutz: Wie EU-Politik der Entwaldung nachgibt

Trotz rasanter Entwaldung wird die EU-Entwaldungsverordnung verwässert. Martin Günther warnt: So verliert Europa Glaubwürdigkeit im Klimaschutz.

EU schwächt Entwaldungsverordnung trotz Klimakrise

Die Entwaldung schreitet in katastrophalem Tempo voran. Wälder gehen unwiederbringlich verloren – und mit ihnen eine zentrale Grundlage für wirksamen Klimaschutz. Ohne Waldschutz gibt es keinen Klimaschutz.

Gerade in dieser Lage hätte die EU ein starkes Signal setzen können. Stattdessen wird die Verordnung über entwaldungsfreie Produkte (EUDR) verschoben und abgeschwächt. Für Martin Günther, Europaabgeordneter der Delegation Die Linke und Mitglied des ENVI-Ausschusses, ist das ein schwerer Rückschlag – und ein Angriff auf die Glaubwürdigkeit der EU beim Waldschutz.

Kapitulation vor Konzernlobby statt Verantwortung für den Planeten

Die vorläufige politische Einigung zwischen Ratsvorsitz und Europäischem Parlament ist aus linker Sicht ein Kniefall vor Konzerninteressen.

Nach Günther wurde die Verschiebung und Verwässerung der Entwaldungsverordnung von der deutschen Regierung im Rat und der EVP gemeinsam mit der extremen Rechten im Parlament vorangetrieben. Anstatt Wälder konsequent zu schützen, setzten sich jene durch, die die Interessen einiger weniger Konzerne verteidigen.

Für Millionen Menschen weltweit, deren Lebensgrundlagen direkt von intakten Wäldern abhängen, sendet die EU damit ein fatales Signal: Profit geht vor Klima- und Umweltschutz.

„Vereinfachung“ als Hebel für weitere Verwässerung

Kern der Einigung ist, dass die EU-Kommission bis April nächsten Jahres eine sogenannte „Vereinfachungs“prüfung vorlegen soll. Sie soll bewerten, wie das Gesetz „verschlankt“ werden kann, und gegebenenfalls weitere Änderungen vorschlagen.

Was technisch klingt, birgt aus linker Perspektive erhebliche Risiken:
Berichtspflichten könnten aufgeweicht, Kontrollen hinausgezögert und zentrale Schutzmechanismen Schritt für Schritt ausgehöhlt werden. Jede solche Verzögerung bedeute konkret: mehr abgeholzter Wald, mehr zerstörte Lebensräume, mehr verlorene Zeit im Kampf gegen die Klimakrise.

Die Linke sagt Nein zu diesem Deal

Für Die Linke im Europäischen Parlament ist klar: Eine solche Einigung stärkt nicht den Waldschutz, sondern öffnet Tür und Tor für weitere Rücknahmen. Deshalb kündigt Martin Günther an, in der Plenarsitzung gegen dieses Abkommen zu stimmen.

Die Linke stellt sich damit an die Seite all jener, die echte Klimagerechtigkeit einfordern: Waldschutz vor Konzerninteressen, klare Regeln statt Schlupflöcher, konsequente Umsetzung statt endloser Prüfaufträge.

Wenn die EU ihre Glaubwürdigkeit beim Klima- und Waldschutz bewahren will, braucht es keine weiteren Verwässerungen, sondern mutige Entscheidungen – jetzt.