Zum Hauptinhalt springen

Aktuelles

Frauen tragen die Folgen der Klimakrise – Europa muss sozial handeln

Klimakrise verschärft soziale und geschlechtliche Ungleichheit. Klimaanpassung braucht starke öffentliche Dienste statt privater Verantwortung allein.

Klimagerechtigkeit braucht Geschlechtergerechtigkeit und starke öffentliche Dienste

Die Klimakrise ist nicht geschlechtsneutral. Sie verschärft bestehende soziale Ungleichheiten und trifft besonders jene Menschen, die schon heute weniger Einkommen, weniger politische Entscheidungsmacht und weniger gesellschaftliche Absicherung haben. Deshalb gehören Klimagerechtigkeit und Geschlechtergerechtigkeit untrennbar zusammen.

Im Ausschuss für Umwelt, Klima und Lebensmittelsicherheit des Europäischen Parlaments ging es um die Zusammenhänge zwischen Klima, Geschlecht und Gesundheit. Dabei wird deutlich: Eine gerechte Klimapolitik darf nicht nur Emissionen und technische Lösungen betrachten. Sie muss auch fragen, wer die Folgen der Klimakrise trägt und wer die notwendige Anpassungsarbeit leistet.

Strukturelle Ungleichheit verschärft die Klimafolgen

Frauen sind aufgrund bestehender Ungleichheiten besonders betroffen. Sie übernehmen weiterhin den Großteil der unbezahlten Sorgearbeit und arbeiten überdurchschnittlich häufig in prekären Beschäftigungsverhältnissen. Viele sind zudem im Gesundheits- und Pflegebereich tätig, also genau in den öffentlichen und sozialen Diensten, die in Krisenzeiten unverzichtbar sind.

Gleichzeitig sind diese Bereiche chronisch unterfinanziert und unterbesetzt. Wenn die Klimakrise zusätzliche Anforderungen schafft, treffen diese auf Strukturen, die bereits heute geschwächt sind. Das ist weder sozial gerecht noch dauerhaft tragfähig.

Klimaanpassung darf keine Privatsache werden

Politik darf die Verantwortung für Klimaanpassung nicht auf Einzelne abwälzen. Wer sich Schutz, Vorsorge oder Entlastung leisten kann, darf nicht besser durch die Klimakrise kommen als Menschen mit niedrigem Einkommen oder hoher Sorgeverantwortung.

Klimaanpassung ist eine öffentliche Aufgabe. Sie braucht Investitionen in eine verlässliche soziale Infrastruktur, gut ausgestattete Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen sowie ausreichend Personal. Notwendig sind kollektive Lösungen, die alle Menschen erreichen – unabhängig von Einkommen, Geschlecht oder Beschäftigungsverhältnis.

Dazu gehört auch, die Beschäftigten zu schützen, die öffentliche Versorgung und gesellschaftliche Fürsorge tagtäglich sichern. Gute Arbeitsbedingungen, eine ausreichende Personalbesetzung und eine stabile Finanzierung sind keine Nebensache der Klimapolitik. Sie sind eine Voraussetzung für gesellschaftliche Klimaresilienz.

Starke öffentliche Dienste schaffen Klimaresilienz

Eine widerstandsfähige Gesellschaft entsteht nicht durch individuelle Appelle, sondern durch gemeinsame Vorsorge. Öffentliche Dienste müssen in die Lage versetzt werden, auch unter den Bedingungen der Klimakrise zuverlässig zu funktionieren. Kürzungen bei Gesundheit, Pflege und sozialer Infrastruktur schwächen deshalb auch die Fähigkeit der Gesellschaft, mit Klimafolgen umzugehen.

Eine gerechte europäische Klimapolitik muss Geschlechtergerechtigkeit konsequent mitdenken. Sie muss unbezahlte Sorgearbeit, prekäre Beschäftigung und die chronische Unterfinanzierung öffentlicher Dienste in den Mittelpunkt rücken.

Klar ist: Keine Klimagerechtigkeit ohne Geschlechtergerechtigkeit. Und keine Klimaresilienz ohne starke öffentliche Dienste, öffentliche Investitionen und den Schutz der Beschäftigten.

Zurück zum Kopf der Seite