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Ewigkeitschemikalien in Grundwasser und Flüssen: EU-Kompromiss reicht nicht aus
Die EU verschärft die Regeln zu Schadstoffen im Wasser nur halbherzig. Gerade bei PFAS fehlen klare Grenzwerte und die Verursacherhaftung.
PFAS im Wasser: EU-Kompromiss bleibt weit hinter dem Notwendigen zurück
Die Belastung von Oberflächen- und Grundwasser mit PFAS ist längst kein Randproblem mehr. Die sogenannten Ewigkeitschemikalien bauen sich kaum ab, reichern sich in Umwelt und Körper an und gefährden auf Dauer Gesundheit und Natur. Umso wichtiger wäre eine EU-Richtlinie gewesen, die klare Grenzen setzt und die Verantwortlichen zur Kasse bittet. Genau das leistet der nun vorliegende Kompromiss jedoch nur unzureichend.
Zwar enthält die Einigung zwischen Europäischem Parlament und Rat einzelne Fortschritte. Positiv ist vor allem die verpflichtende Beobachtungsliste für Grundwasser. Damit können besonders besorgniserregende Stoffe systematisch erfasst und künftig reguliert werden. Das ist ein notwendiger Schritt, weil viele problematische Chemikalien bislang zu spät oder gar nicht in den Blick genommen wurden.
Schwächere Grenzwerte, längere Fristen, keine klare Herstellerverantwortung
Trotzdem überwiegt die Kritik. Denn ausgerechnet bei PFAS wurden zentrale Schutzmechanismen abgeschwächt. Der Rat hat die Grenzwerte verwässert, die Umsetzungsfristen verlängert und strengere Regeln zur Herstellerverantwortung gestrichen. Damit fehlt genau das, was gebraucht würde: ein konsequenter Schutz des Wassers und eine klare Regel, dass die Verursacher* innen für die Schäden aufkommen müssen.
Das ist nicht nur umweltpolitisch falsch, sondern auch sozial ungerecht. Wenn Konzerne mit gefährlichen Stoffen Gewinne machen, die Kosten für Sanierung und Aufbereitung am Ende aber von Kommunen und Steuerzahler* innen getragen werden, ist das das Gegenteil eines fairen Verursacherprinzips.
PFAS-Belastung in Deutschland ist längst Realität
Wie dringend entschlossenes Handeln wäre, zeigt der Blick nach Deutschland. Hunderte Trinkwasserquellen sind bereits betroffen, mehr als 1.500 Standorte gelten als kontaminiert. Besonders rund um ehemalige Militärflugplätze und Industriestandorte leben viele Gemeinden seit Jahren mit bekannten Belastungen. Gleichzeitig wurde bislang nur ein Bruchteil der vermuteten Fälle überhaupt saniert. Die Kosten gehen schon jetzt in die Milliarden.
Diese Realität macht deutlich: PFAS sind kein abstraktes Zukunftsproblem, sondern eine konkrete Belastung für viele Regionen. Wer hier weiter auf halbherzige Kompromisse setzt, verschiebt die Kosten nur in die Zukunft – und auf die Allgemeinheit.
Kein Platz für Ewigkeitschemikalien im Wasser
Die neue Richtlinie hätte ein klares Signal setzen müssen: Ewigkeitschemikalien haben in unserem Wasser keinen Platz. Stattdessen ist ein Kompromiss entstanden, mit dem vor allem die chemische Industrie gut leben kann. Für wirksamen Gewässerschutz reicht das nicht.
Notwendig sind strengere PFAS-Grenzwerte, schnellere Umsetzungsfristen und eine verbindliche Herstellerverantwortung. Sauberes Wasser ist ein Grundrecht und keine Verhandlungsmasse gegenüber Industrieinteressen. Wer Gewässer verschmutzt, muss für die Folgen zahlen – nicht die Öffentlichkeit.

