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Milliardengeschenke für LNG: Die EU-Kommission heizt die Krise an
Hohe Strompreise, Energiearmut und Milliarden für fossiles LNG: Der EU-Energiemarkt schützt Konzerne statt Menschen. Zeit für öffentliche Kontrolle.
Energiepreise explodieren – Haushalte zahlen die Zeche
Der neue EU-Bericht zur Lage der Energieunion bestätigt, was viele Menschen längst im Geldbeutel spüren: Die Energiepreise bleiben hoch, Millionen leben in Energiearmut.
Eurostat hat es schwarz auf weiß festgehalten: Die Haushaltsstrompreise lagen im ersten Halbjahr 2025 deutlich über dem Vorkrisenniveau. Deutschland ist trauriger Spitzenreiter und hat die höchsten Strompreise in ganz Europa. Für Beschäftigte* und ihre Familien bedeutet das: weniger Geld für Miete, Essen, Freizeit, weil ein immer größerer Teil des Einkommens für Energie draufgeht.
Der politisch gewollt liberalisierte Energiemarkt hat damit seine soziale und ökologische Bewährungsprobe nicht bestanden. Er sollte Wettbewerb bringen, aber Fakt ist: Für viele Menschen ist nur Unsicherheit geblieben.
Fossile Abhängigkeit als Dauerzustand
Der Bericht benennt eindeutig eine der Hauptursachen: Die Tatsache, dass Europa so stark auf teure fossile Energieimporte angewiesen ist, muss dringend adressiert werden. Die Zahlen sprechen für sich: Im Jahr 2024 beliefen sich diese Importe auf eine Summe von fast 375 Milliarden Euro. Es ist inakzeptabel, dass dieses Geld in klimaschädliche Strukturen fließt, anstatt in einen sozial gerechten Umbau der Energiesysteme.
Industrie und kleine Betriebe zahlen drauf. Die Gas- und Strompreise für die europäische Industrie liegen zwei- bis viermal höher als bei den wichtigsten Handelspartnern.
4 Milliarden für LNG-Terminals – Verluste sozialisieren, Profite privatisieren
Die EU-Kommission geht den völlig falschen Weg, anstatt endlich die fossile Abhängigkeit zu beenden. Im Dezember genehmigte sie 4 Milliarden Euro staatliche Beihilfen für den Betrieb von vier schwimmenden LNG-Terminals der Deutschen Energy Terminal.
Diese Entscheidung zementiert eine langfristige Bindung an klimaschädliches Flüssiggas (LNG). Öffentliche Gelder werden eingesetzt, um die Verluste aus überteuerten Charterverträgen der Krisenjahre auszugleichen. Die Risiken werden vergesellschaftet – die Gewinne bleiben bei den Energieunternehmen.
Was wir von der EU-Kommission verlangen
Energie ist ein Grundrecht. Sie darf nicht länger dem Dogma des freien Marktes überlassen werden. Es braucht öffentliche Verantwortung und demokratische Kontrolle statt Rendite-Logik.
- Scheitern des Energiemarkts anerkennen:
Die Kommission muss endlich anerkennen, dass der liberalisierte Energiemarkt gescheitert ist. Sie muss einen Vorschlag zur grundlegenden Umstrukturierung auf Basis öffentlicher Eigentümerschaft und demokratischer Kontrolle der Energiesysteme vorlegen. - Milliarden für LNG statt Entlastung der Menschen:
Es ist inakzeptabel, die Verluste teuer gecharterter LNG-Terminals zu sozialisieren, während Energieunternehmen weiterhin Rekordgewinne erzielen, die nicht an Verbraucher*innen zurückgegeben werden. - Green Deal oder fossile Subventionen – beides geht nicht:
Die Tatsache, dass die Kommission eine Importinfrastruktur im Wert von über 4 Milliarden Euro subventioniert, steht in direktem Widerspruch zum Ziel der Abschaffung fossiler Brennstoffe.
Es ist offensichtlich: Wer ernsthaft Energiearmut bekämpfen, Klimaziele einhalten und industrielle Arbeitsplätze sichern will, muss den Energiemarkt grundlegend verändern – weg von der Profitorientierung, hin zu Energie als öffentlicher Daseinsvorsorge.

