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Kreislaufwirtschaft: EU muss Schadstoffe in Textilien verbieten

Fast Fashion belastet Beschäftigte, Umwelt sowie Recycling. Eine echte Kreislaufwirtschaft braucht ein EU-Verbot für giftige Chemikalien in Textilien.

Giftige Chemikalien raus aus Fast Fashion

Fast Fashion ist nur deshalb so billig, weil andere den tatsächlichen Preis zahlen. Große Modemarken erzielen seit Jahrzehnten Milliardengewinne mit immer schneller und günstiger produzierter Kleidung. Die Kosten dieses Geschäftsmodells tragen Beschäftigte, Verbraucher*innen und die Umwelt.

In einer öffentlichen Anhörung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lebensmittelsicherheit haben wir deshalb die Textilindustrie in den Mittelpunkt gerückt. Unter dem Titel „Less waste, more value“ beriet der Ausschuss über den bestehenden europäischen Rechtsrahmen, bisherige Erfahrungen und die nächsten Schritte auf dem Weg zu einem EU-Gesetz zur Kreislaufwirtschaft. Ein entsprechender Vorschlag der Europäischen Kommission wird für September 2026 erwartet.

Fast Fashion lagert die Kosten aus

Hinter günstiger Kleidung stehen häufig Produktionsbedingungen, bei denen Arbeiter*innen gefährlichen Chemikalien ausgesetzt sind. Schadstoffe gelangen in Flüsse und belasten ganze Ökosysteme. Während Modekonzerne von niedrigen Preisen und immer kürzeren Kollektionen profitieren, werden die gesundheitlichen und ökologischen Folgen auf andere abgewälzt.

Das gilt besonders für Superfast Fashion. Vor allem junge Menschen bestellen dort große Mengen günstiger Kleidung. Welche Substanzen in den Stoffen, Farben und Beschichtungen enthalten sind, können sie oft nicht erkennen.

Das Problem lässt sich deshalb nicht allein durch Appelle an Verbraucher*innen lösen. Wer Kleidung herstellt und damit Milliarden verdient, muss auch für sichere Materialien und saubere Produktionsbedingungen verantwortlich sein.

Giftstoffe bleiben auch nach dem Wegwerfen ein Problem

Gefährliche Chemikalien verschwinden nicht, sobald ein Kleidungsstück im Altkleidercontainer oder im Müll landet. Sie erschweren eine sichere Wiederverwendung und können hochwertiges Recycling verhindern.

Damit untergraben sie genau jene textile Kreislaufwirtschaft, die Europa dringend braucht. Kleidung kann nicht dauerhaft wiederverwendet oder zu neuen hochwertigen Textilien verarbeitet werden, wenn gesundheits- und umweltschädliche Stoffe im Materialkreislauf bleiben.

Eine Kreislaufwirtschaft, die nur Abfälle sortiert, greift deshalb zu kurz. Sie muss bereits bei der Herstellung ansetzen. Produkte müssen von Anfang an langlebig, reparierbar, wiederverwendbar und frei von gefährlichen Chemikalien sein.

Die EU muss gefährliche Chemikalien schrittweise verbieten

Freiwillige Nachhaltigkeitsversprechen der Modeindustrie reichen nicht aus. Die EU muss gefährliche Chemikalien in Textilien schrittweise verbieten – insbesondere dann, wenn sie die menschliche Gesundheit schädigen, hochwertiges Recycling verhindern oder eine sichere Wiederverwendung unmöglich machen.

Dabei dürfen die Kosten der Umstellung nicht erneut bei Beschäftigten oder Verbraucher*innen landen. Die Verantwortung liegt bei den großen Modemarken, die über Jahre von der Wegwerfproduktion profitiert haben.

Eine echte Kreislaufwirtschaft bedeutet mehr als weniger Abfall. Sie schützt Beschäftigte, Verbraucher*innen und Umwelt. Sie beendet ein Geschäftsmodell, das Profite privatisiert und seine Schäden der Allgemeinheit überlässt.

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