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Artensterben, Klimakrise, Blockade: Warum Europas Umweltziele scheitern

Der neue Umweltbericht zeigt: Europas Natur steht vor dem Kipppunkt. Warum Rechte Klimaschutz blockieren – und was das für uns alle heißt.

Europas Umwelt im Krisenmodus

Die Europäische Umweltagentur (EUA) hat ihren Bericht „Zustand der Umwelt in Europa 2025“ veröffentlicht – und die Botschaft ist eindeutig: Europas Natur steckt in einer tiefen Krise. Für Martin Günther, Europaabgeordneter der Delegation Die Linke / THE LEFT und Mitglied im Umweltausschuss (ENVI), ist klar: Dieser Bericht ist ein Weckruf, den sich die Politik nicht länger schönreden darf.

Der Bericht zeigt, wie eng Klimakrise, Artensterben und Ressourcenübernutzung zusammenhängen – und dass sie längst im Alltag der Menschen angekommen sind: bei Ernten, Gesundheit, Sicherheit und Lebensqualität.


Alarmierende Zahlen aus dem Umweltbericht 2025

Die Daten sprechen eine deutliche Sprache:

  • 60 % der Arten in Europa befinden sich in einem schlechten oder sehr schlechten Zustand.
  • Knapp 80 % der Lebensräume sind bereits stark beeinträchtigt.
  • Fast 70 % der Böden gelten als schwer geschädigt.
  • 39 % der Vogelarten und 62 % der anderen Tierarten kämpfen buchstäblich ums Überleben.

Die EUA fasst es drastisch zusammen: Der Gesamtzustand der Umwelt in Europa ist nicht gut. Natur wird weiter degradiert und übernutzt, die biologische Vielfalt geht verloren, die Klimakrise beschleunigt sich. Das gefährdet nicht nur Ökosysteme, sondern auch wirtschaftlichen Wohlstand, Sicherheit und Lebensqualität in Europa.

Gleichzeitig zeigt der Bericht: Die EU ist derzeit nur auf Kurs, 2 von 22 Umweltzielen bis 2030 zu erreichen. Für Martin Günther ist das ein „dramatisches Zeugnis unseres bisherigen Umgangs mit der Natur“. So könne es nicht weitergehen.


Wer bremst beim Klima- und Naturschutz?

Statt aus den alarmierenden Zahlen Konsequenzen zu ziehen, wird auf EU-Ebene weiter blockiert.
Martin Günther kritisiert vor allem die Rolle der Rechten und der EVP:

  • Im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments wurde das dringend benötigte Waldüberwachungsgesetz von der EVP gestoppt.
  • Im Agrarausschuss legte der deutsche EVP-Abgeordnete Stefan Köhler einen Änderungsantrag vor, der das gesamte Gesetz komplett kippen sollte.
  • Die EVP, allen voran Manfred Weber, hat immer wieder versucht, das EU-Abholzungsverbot auszuhebeln.
  • Bereits im vorherigen Parlament wurde das EU-Gesetz zur Wiederherstellung der Natur von der EVP massiv torpediert.

Parallel dazu treibt Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen eine deregulierende Agenda voran, die Umwelt- und Klimaschutz als „Bürokratie“ abtut. Aus linker Sicht ist das nichts anderes als ein Angriff auf Natur, Klima und die Zukunft kommender Generationen.


Zeit für einen echten Kurswechsel

Für Martin Günther macht der Umweltbericht 2025 deutlich: Weiter so ist keine Option.
Wenn 80 % der geschützten Lebensräume und ein Großteil der Arten in Europa in schlechtem Zustand sind, dann ist das auch das Ergebnis einer Politik, die Konzerninteressen und kurzfristige Profite über das Recht der Menschen auf eine intakte Umwelt stellt.

Eine sozial gerechte und ökologische Zukunft braucht:

  • verbindliche Umweltziele, die ernst genommen werden,
  • starken Natur- und Klimaschutz statt Deregulierung,
  • und eine EU, die nicht länger Umweltgesetze verwässert, sondern sie konsequent umsetzt.

Die Linke im Europaparlament setzt sich dafür ein, dass Klimaschutz, Artenschutz und soziale Gerechtigkeit zusammen gedacht werden – für saubere Luft, gesunde Böden und lebendige Lebensräume für alle Menschen in Europa.


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