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175.000 Hitzetote: Klimaschutz ist die soziale Frage

Hitze tötet, doch die EU schwächt ihren Klimaschutz. Martin Günther fordert im EU-Parlament: Fossilkonzerne und Superreiche müssen endlich zahlen

Extreme Hitze ist längst eine tödliche Realität. In der WHO-Europaregion sterben im Durchschnitt jedes Jahr mehr als 175.000 Menschen an ihren Folgen. Europa erwärmt sich etwa doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt. Trotzdem werden Klimaschutzmaßnahmen abgeschwächt, während fossile Konzerne weiter Milliardenprofite erzielen.

In der Aussprache des Europäischen Parlaments zu Hitzewellen und Waldbränden stellte die EU-Kommission Maßnahmen für Katastrophenschutz, Brandbekämpfung und Vorsorge vor. Diese Hilfe ist notwendig. Sie reicht aber nicht aus, solange die politischen Ursachen der Klimakrise unangetastet bleiben.

Die Klimakrise trifft nicht alle gleich

Die Folgen extremer Hitze sind sozial ungleich verteilt. Besonders gefährdet sind Arbeiter*innen, die körperlich oder im Freien arbeiten, ältere Menschen sowie Familien mit geringem Einkommen. Viele können ihre Arbeitszeit nicht selbst bestimmen, wohnen in schlecht gedämmten Wohnungen oder haben keinen Zugang zu ausreichend gekühlten Räumen.

Gleichzeitig verursacht das reichste Prozent der Weltbevölkerung so viele Emissionen wie die ärmsten zwei Drittel zusammen. Wer am wenigsten zur Klimakrise beigetragen hat, trägt häufig ihre schwersten gesundheitlichen und finanziellen Folgen.

Klimaschutz ist deshalb nicht nur eine ökologische, sondern immer auch eine soziale Frage.

Klimaschutz darf nicht auf die Menschen abgewälzt werden

Die Antwort auf Hitzewellen und Waldbrände darf nicht darin bestehen, Beschäftigte und einkommensschwache Haushalte stärker zu belasten. Notwendig sind eine stärkere Besteuerung extremer Vermögen und besonders hoher Emissionen, der Abbau fossiler Subventionen sowie massive Investitionen in die öffentliche Infrastruktur.

Dazu gehören ein leistungsfähiger Katastrophenschutz, gut ausgestattete Krankenhäuser und Rettungsdienste, hitzefeste Schulen und Pflegeeinrichtungen, mehr Stadtgrün und ein verlässlicher öffentlicher Nahverkehr. Bezahlen müssen das vor allem diejenigen, die mit fossilen Geschäftsmodellen enorme Gewinne erzielen.

Doch während Europa unter immer neuen Hitzerekorden leidet, schwächen Konservative und extreme Rechte zentrale Teile des Green Deal. Zugleich fließen weiterhin Milliarden in fossile Energien. Diese Politik schützt nicht die Bevölkerung, sondern die Profite der größten Verschmutzer.

Rechte Klimaleugnung schützt fossile Profite

In der parlamentarischen Aussprache versuchte ein Abgeordneter der rechtskonservativen EKR-Fraktion, den menschengemachten Klimawandel zu relativieren und Klimaschutz als ideologisches Projekt darzustellen.

Die Antwort darauf war deutlich: Frühere natürliche Klimaveränderungen widerlegen nicht den heute wissenschaftlich eindeutig belegten menschengemachten Klimawandel. Wer diese Realität leugnet, verhindert wirksamen Schutz und verschweigt, wer tatsächlich bezahlt: Menschen, die unter extremer Hitze, steigenden Gesundheitsrisiken, Ernteausfällen und zerstörter Infrastruktur leiden.

Die Verantwortung liegt nicht bei der breiten Bevölkerung. Ein kleiner Kreis großer fossiler Produzent*innen verursacht einen gewaltigen Anteil der weltweiten Emissionen. Während Menschen an extremer Hitze sterben, melden Ölkonzerne neue Milliardengewinne.

Menschen schützen, Verschmutzer zur Kasse bitten

Europa braucht mehr gemeinsame Vorsorge gegen Hitzewellen, Brände und andere Extremwetterereignisse. Doch Katastrophenschutz kann ambitionierten Klimaschutz nicht ersetzen. Wer Brände löschen will, muss auch verhindern, dass die Klimakrise weiter angeheizt wird.

Die politische Entscheidung ist klar: Menschen statt Verschmutzer schützen, Leben statt fossile Profite sichern. Die Kosten der Klimakrise dürfen nicht bei Arbeiter*innen, Rentner*innen und einkommensschwachen Familien landen. Zahlen müssen fossile Konzerne und Superreiche.

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